Willkommen in meiner Welt!

Ich bin Martin. Scrolle nach unten und begleite mich durch mein spannendes Leben.

Eisleben

Ich bin getauft!

Der erste Sohn von Margarete und Hans Luther wurde am 10. November 1483 in Eisleben geboren.

Wie damals üblich, wurde er schon einen Tag später, dem Martinstag, getauft. Die Wahl des Namens fiel dadurch nicht schwer; er wurde Martin genannt. Den Taufstein kann man sich heute noch in der Kirche St.-Petri-Pauli ansehen.

Als Martin ein halbes Jahr alt war, zog er mit seinen Eltern nach Mansfeld um. Obwohl er gar nicht mehr oft nach Eisleben kam, war es Gottes Wille, dass er am 18. Februar 1546 hier starb.

Mansfeld

Martin war etwas Besonderes – er durfte studieren.

Martins Vater Hans Luther war Bergmann. Er arbeitete hart im Mansfelder Kupferbergbau. Für die wachsende Familie war dies eine entbehrungsreiche Zeit.

Nach und nach zeigten sich jedoch Früchte seines Fleißes: Er wurde Hüttenunternehmer und später sogar Ratsherr. Durch den Gewinn in der Kupfermine kam er zu einem kleinen Vermögen. Das war auch nötig, denn der Familie Luther wurden noch acht Kinder geboren, von denen drei leider sehr zeitig starben.

Ab 1488 besuchte Martin in Mansfeld die Schule. Sein Bruder Jakob übernahm später die väterliche Wirtschaft.

Stotternheim

Wenn ich überlebe, will ich ein Mönch werden.

Mehrmals läuft Martin von seinem Studienort Erfurt nach Mansfeld um seine Eltern zu besuchen.

Im Sommer 1505 gerät er auf dem Rückweg bei Stotternheim in ein heftiges Gewitter. Ein Blitz schlägt direkt neben ihm ein und wirft ihn zu Boden. Er ist am Bein verletzt und hat Todesangst.

Martin ruft die heilige Anna an. Sie ist die Schutzheilige der Bergleute, soll aber auch bei Gewitter helfen und vor plötzlichem Tod bewahren.

Wittenberg

Die Liebe freut sich aber an der Wahrheit.

In der Schlosskirche in Wittenberg ist eine Reliquiensammlung, also Gegenstände von Heiligen, aufgebaut. Wer sie sehen will, muss dafür bezahlen und erwirkt angeblich einen Ablass von seinen Sündenstrafen.

Im Nachbarland bekommt man für viel Geld ein Dokument auf dem steht, dass einem alle Sünden vergeben sind. Martin ist zornig.

Die Gnade Gottes kann man doch nicht kaufen. Er schreibt 95 Sätze gegen den Ablasshandel und heftet sie an die Kirchentür. Mit Gelehrten möchte er darüber diskutieren.

Eisenach

Dein Wort ist ein Licht auf meinem Weg.

Martins Gedanken sind gefährlich. Es gibt Gerüchte, er soll als Ketzer verfolgt und getötet werden.

Sein Landesfürst hält aber zu ihm. Er lässt Martin zum Schein entführen und versteckt ihn auf der Wartburg bei Eisenach. Fast ein Jahr bleibt er in seinem Versteck, schreibt Bücher und übersetzt das Neue Testament so ins Deutsche, dass es jeder verstehen kann.

Alle sollen die Gute Nachricht von Jesus lesen können. Der Buchdruck ist gerade erfunden worden und hilft, die Übersetzung schnell im ganzen Land zu verbreiten.

Leipzig

Das Wort Gottes breitete sich aus.

Wie durch ein Wunder hatte sich, gerade als Martin Luther seine ersten Bücher veröffentlichen wollte, der Buchdruck in Deutschland durchgesetzt.

Die 95 Thesen und später die Bibelübersetzung wurden den Buchhändlern regelrecht aus den Händen gerissen und fanden eine rasend schnelle Verbreitung.

Weil Luthers Feder niemals ruhte, kamen die Drucker in Wittenberg gar nicht so nach. Deshalb ließ er bald auch in Leipzig drucken. Hier fand übrigens auch das berühmte Streitgespräch zwischen Luther und dem katholischen Theologen Johannes Eck im Jahr 1519 statt.

Torgau

Singet dem Herrn ein neues Lied!

Torgau ist eine der schönsten Renaissancestädte in Deutschland. Im 16. Jahrhundert war hier das politische Zentrum Sachsens und ein wichtiger Ort der Reformation. Die Kirche im Schloss Hartenfels wurde von Martin Luther selbst mit geplant und geweiht.

Johann Walter, Kantor und enger Freund Luthers, wirkte hier maßgeblich an der Gestaltung der „Deutschen Messe“ mit.

Katharina Luther flüchtete nach dem Tod ihres Mannes mit den Kindern Paul und Margarethe hierher. Dabei stürzte ihr Wagen um. Sie starb an den Folgen dieses Unfalls. Ihr Grab befindet sich in der Torgauer Stadtkirche.

Worms

Seid standhaft und ihr werdet euer Leben gewinnen.

Der neue Glaube breitet sich schnell aus. Überall wird gestritten: Hat der Papst Recht oder Luther? Der Kaiser soll darüber entscheiden.

Er lädt Martin nach Worms ein. Hier hält er mit den Landesfürsten einen Reichstag. Martin kommt aber gar nicht richtig zu Wort. Der Kaiser fordert nur, dass Martin alles, was in seinen Büchern steht, widerruft.

Martin wird mit dem Tod bedroht, doch er bleibt fest: „Was ich gesagt habe, steht alles in der Bibel. Ich kann davon nichts zurück nehmen. Hier stehe ich, Gott helfe mir. Amen.“

Wittenberg zu Gast bei Luthers

Schmecket und sehet wie freundlich der Herr ist.

Martin heiratet am 13. Juni 1525 in der Stadtkirche in Wittenberg die ehemalige Nonne Katharina von Bora.

Er war schon 42, Katharina erst 26 Jahre alt. Sie zogen in das Schwarze Kloster, ihr neues zu Hause, welches ihnen der Landesfürst schenkte. Katharina bekam drei Mädchen und drei Jungen und musste einen großen Haushalt führen.

Jeden Tag saßen viele Gäste, Freunde, Studenten und Professoren mit am Tisch. Obwohl das Geld oft knapp war, brachte Katharina es fertig, dass alle satt wurden und sich wohl fühlten.